Thementag Arbeitswelt von Morgen | Digitalisierung im Mittelstand

Thementag Arbeitswelt von Morgen
- Digitalisierung im Mittelstand -

Dienstag | 12. November 2019 | Darmstadt

Die Welt befindet sich im digitalen Wandel – aber was bedeutet das genau für mittelständische Unternehmen und wie kann ein solcher Wandel erfolgreich in der Praxis umgesetzt und begleitet werden?

Digitale Technologien bieten Unternehmen zahlreiche Chancen, wie das Erschließen neuer Märkte, die Reduktion von Entwicklungszeiten sowie mehr Flexibilität bei Kundenanfragen. Dennoch bringt die digitale Transformation auch Herausforderungen mit sich. Traditionelle Tätigkeiten werden grundlegend in Frage gestellt. Die Angst der Mitarbeiter, mit der Entwicklung nicht Schritt halten zu können bzw. ganz durch Maschinen oder automatisierte Prozesse ersetzt zu werden, wächst. Um das Spannungsfeld zwischen der aktuellen Arbeitsrealität und der Digitalisierung zu reduzieren, muss der Mensch in den Mittelpunkt der digitalen Transformation gestellt werden. Es gilt ein besseres Grundverständnis für den Arbeitsplatz der Zukunft zu entwickeln, die Expertise und Kreativität der Mitarbeiter richtig zu fördern und zu nutzen, um so eine digitale Unternehmenskultur zu prägen und gemeinsam erforderliche Änderungsprozesse zu gestalten.

Der Thementag soll einen Überblick vermitteln, wo die Chancen in der Digitalisierung vor allem für mittelständische Unternehmen liegen, welche Herausforderungen die digitale Transformation mit sich bringt und mit welchen praxisnahen Methoden Veränderungen erfolgreich im Betrieb umgesetzt werden können.

Themenfelder der Veranstaltung

• Grundlagen zum Thema Digitalisierung und Change-Management
• Die Rolle des Menschen im Zeitalter KI
• Arbeitswelt 4.0, flexible Arbeitsräume, digitaler Arbeitsplatz
• Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR)
• Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Roboter-Kollaboration
• Agile Arbeitsweisen, neue Führungskonzepte

Veranstaltungsprogramm

Moderation:
Prof. Alfred Katzenbach | Katzenbach Executive Consulting

In dem Beitrag wird zunächst eine Einführung in das Thema Arbeit 4.0 mit dem Fokus auf die Produktentwicklung gegeben. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen werden zwei konkrete Beispiele für Arbeit 4.0-Anwendungsszenarien aus dem industriellen Kontext vorgestellt. Diese wurden im Forschungsvorhaben „IviPep – Arbeit 4.0 in der Produktentstehung“ erarbeitet. Die Beispiele sind zum einen der Einsatz von AR im Kontext des Cardboard Engineerings, zusammen mit dem Automobilzulieferer HELLA. Zum anderen ein auf einer Graph Datenbank basierendes Konformitätsmanagement, welches mit HANNING entwickelt wurde.

Im Zuge der Digitalisierung verändert sich die Arbeitswelt in Unternehmen. In unserem Vortrag gehen wir auf die beiden zentralen Treiber von geänderten Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau ein.
Unternehmen integrieren neue, digitalen Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz) in die bestehenden Wertschöpfungsprozesse. Wir zeigen, wie zukünftig der Umgang damit aus Sicht von Mitarbeitern aussehen kann und wie sich der daraus resultierende Kompetenzbedarf ändert.
Für das Geschäft mit Smart Services sind ebenfalls neue Kompetenzen in den Unternehmen erforderlich. Anhand einer branchenübergreifenden Interviewreihe mit einschlägigen Experten haben wir Kompetenzen identifiziert, die als erforderlich für das Geschäft mit Smart Services angesehen werden.

In zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten hat das IPS mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Industrie 4.0-Lösungen begleitet. Immer stärker rückt dabei auch die Anwendung von maschinellem Lernen in mittelständischen Unternehmen in den Fokus. Der Vortrag thematisiert Erfolgsfaktoren und Hemmnissen aus vergangenen Einführungsprozessen und greift insbesondere erforderliche Rahmenbedingungen wie Reifegrade der Datenqualität sowie soziotechnische Anforderungen in den Kategorien Mensch, Technik und Organisation auf. Abschließend werden arbeitspolitischen Konsequenzen der Industrie 4.0 diskutiert.

Im Rahmen des Förderprogramms des BMBF: „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ wurde das Forschungsprojekt AKKORD unter der Konsortialführung der Rapidminer GmbH im April 2019 gestartet (Projektkoordination IPS, Lehrstuhl Prof. Deuse). AKKORD hat als Ziel eine vernetzte und integrierte Anwendung industrieller Datenanalyse für die wertschaffende, kompetenzorientierte Kollaboration in dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken. Im Vortrag wird ein Status der Forschungsergebnisse und ein über das Projekt hinausgehender Ausblick gegeben. Vernetzte Produktionstechnologien, Data Analytics und KI ermöglichen es, dass neue Erkenntnisse über Prozess-, Qualität- und Produkt überall in Echtzeit gewonnen werden, wobei der Mensch direkt im Leistungsfluss stehen und unmittelbar mitverantwortlich für die Güte des Ergebnisses sein soll. Auf der einen Seite werden die Möglichkeiten, die auf technischen Innovationen beruhen beleuchtet. Dies geschieht in einem radikalen Ansatz, in dem der Mensch wie Maschinen als Ressource gesehen wird (z. B.: Der Mitarbeiter bekommt Sensoren implantiert, um optimal mit den Maschinen interagieren zu können und wie Maschinen Daten zu liefern). Danach wird auf die Gestaltung des Veränderungsprozess eingegangen. In der Fabrik der Zukunft soll der Mitarbeiter optimal eingesetzt werden, damit seine kreativen Fähigkeiten und technischen Kompetenzen in dieser Struktur sinnvoll eingebunden werden. Es wird erläutert, wie dies gemeinsam mit und für die Menschen gelingen kann, indem man neben den technischen Möglichkeiten auch ein Augenmerk auf die Sozioökonomie legt.

Der Vortrag stellt die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für die Automatisierung der Bestückung von Schaltanlagen in einem anwendungsorientierten Beispiel mit relevanten Systemliederanten dar. Dazu wird für den vorhandenen Entwicklungs – und Konstruktionsprozess ein ganzheitlicher Ansatz im Sinne der Digitalisierung (Digital Twin;Industrie 4.0) in die Fertigungs- und Produktionslinien dargestellt. Dabei wird auf die konstruktions-systematische Klassifizierung und Qualifizierung von Schaltelementen hinsichtlich deren Verbindungs- und Adaptionsvielfalt eingegangen und beispielhaft die Datenqualifikation für die Speicherung in einer PLM-Umgebung aufgezeigt. Auf Basis der Klassifizierung ist die Varianz der Einbausituationen (Lage, Verbindungstechnik etc.) der Elemente in Schaltanlagen und deren relevante Schnittstellen zu Folgeprozessen dargestellt. Neben den virtuellen Demonstrationsobjekten werden die Anwendungsbeispiele (Use Cases) der Bestückungsautomation auch auf Basis realer kinematischer Strukturen aufgezeigt und der Einsatz eines kollaborativen Robotersystems UR 10 mit entsprechender Greiferkinematik als Validierungsplattform vorgestellt.

Veranstaltungsort

SCHENCK TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK GMBH
Landwehrstraße 55
64293 Darmstadt

Zum Parken nutzen Sie bitte das nahe gelegene Parkhaus Landwehrstraße (Landwehrstraße 52, 64293 Darmstadt).
Bitte halten Sie Kleingeld (3,00 EUR/Tag) für die Bezahlung passend bereit.

Anmeldung

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